Jiddisch heute: Mehr als Klezmer und Anatevka – Interview mit Dr. Evita Wiecki

Jiddisch-Unterricht im Jahr 2021: Per Video erklärt Dr. Evita Wiecki ihren Studierenden das Alef-
Beys, Foto: privat

Nach der Schoa sah es für Viele so aus als hätte das Jiddische keine Zukunft. Heute wird Jiddisch an Universitäten weltweit unterrichtet. Dr. Evita Wiecki ist Lektorin für Jiddisch an der Abteilung für Jüdische Geschichte und Kultur am Historischen Seminar der LMU München. Seit 25 Jahren lehrt sie Jiddisch und forscht zur jüdischen Kulturgeschichte. Wir haben mit ihr über die jiddische Kultur- und Wissenschaftslandschaft in der Nachkriegszeit und heute gesprochen.

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Mordechai W. Bernstein und das Jiddische

Titelblatt von Mordechai W. Bernsteins „Dos iz geven nusekh ashkenaz“ („Das war die Epoche von Aschkenas“), Buenos Aires 1960 (jidd.), © Yiddish Book Center's Spielberg Digital Yiddish Library.
Titelblatt von Mordechai W. Bernsteins „Dos iz geven nusekh ashkenaz“ („Das war die Epoche von Aschkenas“), Buenos Aires 1960 (jidd.), © Yiddish Book Center’s Spielberg Digital Yiddish Library.

Von den sieben Sprachen, die Mordechai W. Bernstein beherrschte, stand ihm Jiddisch als Muttersprache am nächsten. Zwischen 1955 und 1960 publizierte er drei Bände mit einem Umfang von rund 1.000 Seiten zur jüdischen Geschichte in Deutschland – auf Jiddisch. Dieser Sprache und ihrer Bedeutung widmete er ein eigenes Kapitel.

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Das bewegte Leben des Mordechai Wolf Bernstein (1905–1966)

Mordechai W. Bernstein 1948 in München, © Karen Leon

Mordechai Wolf Bernstein war ein lernbegeisterter, kontaktfreudiger und vielseitig interessierter Mensch. Neben seinem politischen Engagement in der jüdischen Arbeiterbewegung arbeitete er als Nachtwächter, Tischler, Journalist, Herausgeber von Büchern und Zeitungen, Lehrer und Forscher. Er lebte in der Sowjetunion, Deutschland, Polen, Argentinien und Amerika. Insgesamt beherrschte Bernstein sieben Sprachen (Jiddisch, Hebräisch, Polnisch, Russisch, Deutsch, Spanisch und Englisch), wobei ihm die jiddische Sprache und Literatur am nächsten waren.

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Die Türen zum „Labyrinth der Zeiten“ sind geöffnet!

Mordechai W. Bernstein in Rothenburg ob der Tauber, um 1950 © Karen Leon, Laura Leon und Nina Leon, New York

Seit heute ist unsere neue Ausstellung „Im Labyrinth der Zeiten. Mit Mordechai W. Bernstein durch 1700 Jahre deutsch-jüdische Geschichte“ für Besucher_innen zugänglich. Die gestrige Ausstellungseröffnung im digitalen Raum gab bereits erste Einblicke.

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Rückblick und gleichzeitig Vorschau: Die Kunstsammlung der Familie Rosenthal

Hochzeitsfeier von Gabriella Rosenthal und Schalom Ben Chorin im Haus ihres Großvaters Jacques Rosenthal im Mai 1935. Im Bildhintergrund sind Teile der Kunstsammlung von Jacques Rosenthal zu erkennen (Foto in Familienbesitz von Dr. Tovia Ben Chorin und Ariela Kimchi, freundlicherweise vom Stadtarchiv München zur Verfügung gestellt)

Knapp ein Jahr lang haben wir in der Ausstellung „Von der Isar nach Jerusalem – Gabriella Rosenthal (1913-1975) – Zeichnungen“ die Künstlerin und ihre Arbeit vorgestellt. Tatsächlich zugänglich war sie pandemiebedingt leider nur einige Wochen. Nun endet die Laufzeit der Ausstellung. Zum Abschluss möchten wir nochmal einen Blick auf den Anfang, die Familie Gabriella Rosenthals, und die Zukunft, die weitere Beschäftigung mit den Rosenthals, werfen.

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Gabriella Rosenthal und die drusische Kultur. Oder: Was es mit dem Esel auf sich hat.

Gabriella Rosenthal, „Wasserfarben“, Federzeichnung, Akko, um 1958; Foto: Franz Kimmel, © privat.

Die Wahl eines Leitbilds für die Ausstellung „Von der Isar nach Jerusalem – Gabriella Rosenthal (1913-1975) – Zeichnungen“ ist uns nicht leicht gefallen. Warum also ist es gerade diese Zeichnung geworden? Sicher, der niedliche Esel wäre schon Grund genug sich für dieses Bild als Leitmotiv zu entscheiden. Aber ein bisschen mehr steckt doch noch dahinter.

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Jeder Name zählt: Mit einem Crowdsourcing-Projekt setzen die Arolsen Archives NS-Verfolgten ein digitales Denkmal

Logo des Projekts #everynamecounts, Foto: © Arolsen Archives.

Wer zu Verfolgten des Nationalsozialismus forscht, findet im Online-Archiv der Arolsen Archives rund 27 Millionen digitalisierte Dokumente. Damit diese Dokumente von Forschenden und Nachkommen weltweit gefunden werden können, müssen sie einzeln erfasst werden. Dabei helfen seit Anfang 2020 über 10.000 Freiwillige in Schulen, Bildungseinrichtungen am heimischen PC. Zum Internationalen Holocaust-Gedenktag stellen wir Ihnen das Projekt #everynamecounts vor und zeigen, wie Sie mitmachen können.

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Buchvorstellung: LebensBilder – Porträts aus dem jüdischen DP-Lager Föhrenwald

LebensBilder – Porträts aus dem jüdischen DP-Lager Föhrenwald mit Fotografien von Justine Bittner, Foto: © 2020 Bürger fürs BADEHAUS Waldram Föhrenwald e.V.

Eine Großmutter zu haben, war unter den Kindern, die wie Schymon und Fiszel Ajnwojner zwischen 1945 und 1957 im DP-Lager Föhrenwald bei Wolfratshausen aufwuchsen, eine Seltenheit. Ihre Eltern hatten die Schoa meist in Osteuropa überlebt und in ihren ehemaligen Heimatländern alles verloren. Eine neue Publikation, herausgegeben vom Erinnerungsort Badehaus, stellt 34 Biografien von Menschen vor, die ihre Kinder- oder Jugendjahre in Föhrenwald verbrachten. 

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Ein Stacheldrahtzaun in Jerusalem

Gabriella Rosenthal, „Ein schmaler Grat“, Federzeichnung, The Palestine Post, „Palestine People“, 15.11.1946. © privat

Ende 1946 wurde in der Palestine Post die Zeichnung „Ein schmaler Grat“ von Gabriella Rosenthal veröffentlicht. Zu sehen ist eine bunte Menschenmenge, die von einem Stacheldrahtzaun begrenzt wird. Für zeitgenössische Leser_innen war dieser Zaun das Zeichen dafür, dass sich diese Szene in „Bevingrad“ abspielt. Worum es sich dabei handelt, erklären wir in diesem Beitrag.

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Kurz vorgestellt: Sharone Lifschitz „Speaking Germany“ an der Fassade des Jüdischen Museum München

Fassade des Jüdischen Museum München, Foto: privat, © Jüdisches Museum München.

Sind Ihnen schon mal die Zitate an unserer Museumsfassade aufgefallen? Zunächst als temporäre Intervention zur Museumseröffnung 2007 geplant, ist die Arbeit der Künstlerin Sharone Lifschitz heute nicht mehr von unserem Haus wegzudenken. Wir stellen Ihnen die kurz Arbeit vor.

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