Podcast „Die Reise“ – Das Leben des Mordechai W. Bernstein

Forscher, Journalist, Bibliothekar, politischer Aktivist: Das alles und viel mehr war Mordechai W. Bernstein. Geboren 1905 im heutigen Belarus, erfuhr er die politischen und gesellschaftlichen Brüche der Zeit am eigenen Leib. Sie beeinflussten nicht nur seine Ansichten, sondern wirkten sich auch akut auf seinen Lebensweg aus. „Die Reise“ begibt sich auf die Spuren seiner Biografie, die sich über mehrere Kontinente und eine ganze Epoche erstrecken.

Folge 1: Eine Welt in Bewegung

Mordechai W. Bernstein wird Anfang des 20. Jahrhunderts in eine traditionelle jüdisch geprägte Umwelt hineingeboren. Mit 19 Jahren wird er als Rabbiner zugelassen und seine Zukunft scheint in vorgeschriebenen Bahnen zu verlaufen. Doch Osteuropa befindet sich im Umbruch: Verschiedene politische Strömungen wie der Sozialismus finden unzählige Anhänger_innen. Jüdinnen und Juden suchen Formen der Reaktion auf Gewalt und rechtliche Ungleichbehandlung. Und auch Bernstein durchläuft eine Transformation. Mehr dazu im ersten Teil des Podcasts.

Jüdisches Museum München · Die Reise 1/4: Eine Welt in Bewegung

Folge 2: Gehen oder bleiben?

Der Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 bringt Mordechai W. Bernstein und seine Familie in Gefahr: Deutsche Truppen erobern Bernsteins Wohnort Warschau. Seine Heimatstadt Byten befindet sich nun im sowjetischen Einflussgebiet. Eine Zuflucht gibt den Bernsteins zunächst Wilna in Litauen. Und das auch im geistigen Sinne: Mordechai W. Bernstein ist dort für das YIVO, das „Jüdische Wissenschaftliche Institut“, tätig. Doch dann wird auch Wilna 1940 sowjetisch. Was das für die Bernsteins bedeutet, erfahren Sie im zweiten Teil des Podcasts.

Jüdisches Museum München · Die Reise 2/4: Gehen oder bleiben?
Masha Bernstein Leon mit ihren Eltern Zelda und Mordechai Bernstein

Folge 3: Im Land der Täter

Mordechai W. Bernstein verbringt große Teile des Zweiten Weltkrieges in der Sowjetunion: Wegen seines politischen Engagements für den „Bund“, eine jüdische sozialistische Partei, zum Teil sogar im Straflager. Nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus endet der Krieg und hinterlässt in ganz Europa Verwüstung: Und auch für Bernstein stellt sich die Frage, wo sein Leben nach der Schoa stattfinden soll. Dabei spielt sogar das „Land der Täter“, Deutschland, eine Rolle. Mehr dazu im vorletzten Teil von „Die Reise“.

Jüdisches Museum München · Die Reise3/4: Im Land der Täter
Auf diese in eine Treppe eingemauerten jüdischen Grabsteine stößt Mordechai Bernstein während einer Recherche in Koblenz, Foto: September 1947; GDKE, Landesmuseum Koblenz, Nachlass Karl und Manfred Stiebel

Folge 4: Zurück in die Zukunft

Ab 1948 verbringt Mordechai W. Bernstein einige Jahre als DP (Displaced Person) in Deutschland und wartet auf die Möglichkeit, Europa zu verlassen. Er geht seinem Interesse für Geschichte nach und greift Forschungstätigkeiten auf, die ihn in viele Regionen Deutschlands führen. Akribisch dokumentiert er dort die restlichen Spuren jüdischen Lebens. Welche Ziele verfolgt Bernstein mit seinen Nachforschungen? Ein letztes Mal begibt sich „Die Reise“ auf die Spuren von Bernsteins Lebensweg.

Jüdisches Museum München · Die Reise 4/4: Zurück in die Zukunft

Literatur zu Mordechai W. Bernstein und die Quellen der Zitate im Podcast finden sich in den Shownotes zur jeweiligen Folge auf Soundcloud.

Informationen zur Ausstellung „Im Labyrinth der Zeiten. Mit Mordechai W. Bernstein durch 1700 Jahre deutsch-jüdische Kultur“ finden Sie auf unserer Website.

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