Kurz erklärt: Chanukka und Weihnukka

Chanukka-Leuchter, Messing mit Mamorsockel, 20. Jh., JM 03/1996, Foto: Franz Kimmel, © Jüdisches Museum München.
Chanukka-Leuchter, Messing mit Mamorsockel, 20. Jh., JM 03/1996, Foto: Franz Kimmel, © Jüdisches Museum München.

Acht Tage lang wird zur Winterzeit in jüdischen Familien das Lichterfest Chanukka gefeiert. Es erinnert an die Wiedereinweihung (hebr. Chanukka) des Jerusalemer Tempels und das in Hebräischen Schriften beschriebene „Ölwunder“. Im Laufe der Zeit haben sich dazu verschiedene Bräuche entwickelt, die aber auch von gesellschaftlichen Veränderungen beeinflusst wurden. Unter anderem hat sich Chanukka mit einigen Bräuchen rund um Weihnachten verbunden.

Judäische Aufständische (Makkabäer) eroberten den Jerusalemer Tempel 164. v.d.Z von feindlichen Besatzern zurück. Zur Wiedereinweihung sollte die Menora (Tempelleuchter) angezündet werden, die als Ewiges Licht dauerhaft im Tempel brennen soll. Das vorhandene Öl reichte aber nur für einen einzigen Tag. Dennoch brannte sie acht Tage lang. In dieser Zeit konnte neues Öl hergestellt werden. An dieses „Ölwunder“ erinnern die acht Lichter des Chanukka-Leuchters.

Das deutsch-jüdische Bürgertum des 19. Jahrhunderts sah sich als Teil der deutschen Kultur. Gleichzeitig säkularisierten sich Aspekte des Weihnachtsfest in vielen Gesellschaftskreisen und es entwickelte sich mehr und mehr zu einem Familienfest auch jenseits des christlich-religiösen Ursprungs. Bräuche begannen sich zu vermengen und so feierten einige jüdische Familien ein Fest, das Bräuche beider Feiertage miteinander verband und als „Weihnukka“ bezeichnet wurde. So wurde es beispielsweise in vielen deutsch-jüdischen Familien üblich, zu Chanukka einen Weihnachtsbaum aufzustellen und Geschenke für die Kinder darunterzulegen. Manche stellten sich auch einen Chanukkabaum ins Wohnzimmer, der mit jüdischen Symbolen geschmückt wurde.

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