Eine App, die Augen öffnet

Stolpersteine sind aus Beton gegossene Steine mit einer Messingplatte, auf der zu lesen ist: „Hier wohnte…“, dann Name, Geburtsjahr und Datum und Ort der Deportation oder der Ermordung eines Menschen. Sie sollen Zeichen des Erinnerns sein. Bereits seit mehr als 20 Jahren arbeitet der Künstler Gunter Demnig nun an seinem Projekt. In rund 750 Städten und Gemeinden in neun Ländern Europas wurden mittlerweile über 38.000 Steine eingesetzt. In München gibt es zwar keine öffentlich verlegten Stolpersteine, nur ein paar sind auf Privatgrundstücken zu finden. Aber dafür können die Münchner nun kostenlos eine neue App auf ihrem iPhone/iPad oder Androidgerät installieren, die sie zu virtuellen Stolpersteinen in der Stadt führt.

Jeder Stolperstein verortet eine Geschichte in der Stadt München. Wer sich mit seinem Mobilgerät in der Nähe befindet, wird von der App benachrichtigt und kann eine Biographie, Fotos und Informationen über das Schicksal des Menschen abrufen, der hier einmal lebte. Natürlich kann auch von daheim aus die Übersichtskarte angeklickt und die Biographien gelesen werden. Die App startet zunächst mit 200 Biografien von Opfern, für die bereits ein Stolperstein in München existiert.

Mehr aktuelle Berichterstattung zum Thema
Süddeutsche Zeitung: Virtuelle Stolpersteine
Bayerisches Fernsehen: Die schwere Geburt der Münchner Stolpersteine

Foto: Screenshot, stolpersteine.partcours.de

Eine Antwort zu “Eine App, die Augen öffnet”

  1. […] Manchmal ist auf digitalem Weg möglich, was in der Realität verboten. In München dürfen keine Stolpersteine zur Erinnerung an Nazi-Opfer im öffentlichen Raum verlegt werden. Mit der App “Stolpersteine München” ist es jetzt virtuell möglich, der Opfer vor Ort zu gedenken. juedisches-museum-blog.de […]

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