Presseschau: „Bilder, die man tagelang nicht los wird“

„Meistens schauen wir nicht erst und definieren dann, wir definieren erst und schauen dann,“ mit diesem Zitat von dem US-amerikanischen Journalisten Walter Lippmann, wäre das Thema der Ausstellung „typisch! Klischees von Juden und Anderen“ ziemlich gut umschrieben. Was tatsächlich so über die Ausstellung geschrieben wurde, hier ein kurzer Überblick:

Cornelia Fiedler schrieb in der Süddeutschen Zeitung „Klischees haben Konjunktur. Die allgegenwärtigen Debattenhysteriker, vorgeblichen Tabubrecher und Helden des Das-wird-man-ja-wohl-sagen-Dürfens sind bekannt. Angenehm unaufgeregt setzt sich dagegen eine Ausstellung im Münchner Jüdischen Museum mit Stereotypen und deren Wirkung auseinander: ‚Typisch! Klischees von Juden und Anderen!‘.“ [SZ vom 08.10.2010, „Schneller als das Denken“]

Mirko Weber befand dagegen in der Stuttgarter Zeitung, dass es die Ausstellung „auf sehr geglückte Weise“ schafft, „dass man ihre Bilder tagelang nicht los wird, und es sind eben gar nicht mal die offensichtlich antisemitischen Szenen, Karikaturen, Nippesfiguren und Buchausschnitte, die einem Nachlaufen.“ [Stuttgarter Zeitung vom 19.10.2010, „Eher nicht der Nase nach“].

„Sehgewohnheiten und denkfaule Reflexe hat sich eine neue Ausstellung im Jüdischen Museum München vorgenommen, und dies auf höchst amüsante Weise.“ meinte Sabine Busch-Frank im Donaukurier [Donaukurier vom 08.10.2010 „Eine Frage der Nase“].

Aber auch das Bayerische Fernsehen, das ARD Nachtmagazin und die Sendung „titel, thesen, temperamente““ sendete einen Beitrag über die Ausstellung, der hier nochmals angesehen werden kann.

Und ach ja, hier und hier noch Bildergalerien zur Ausstellung.

Wer aber erst schauen und dann selbst definieren möchte, sollte die Zitate ganz schnell wieder vergessen, den Weg ins Jüdische Museum finden und sich eine eigene Meinung bilden, völlig frei von Klischees.

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