Jüdische Feiertage (4): Rosch HaSchana – Willkommen im Jahr 5.771

Rosch HaSchana, das jüdische Neujahrsfest, wird in diesem Jahr am Abend des 8. auf den 9. September gefeiert. Damit beginnt nach jüdischer Zeitrechnung das Jahr 5771.

So kann man sich in diesen Tagen an vielerlei Grußkarten im Briefkasten erfreuen, Jüdinnen und Juden wünschen sich ein „Shana tova ve’metuka“ – ein gutes und süßes neues Jahr – und kommt man zum gemeinsamen Essen und Trinken zusammen, tunkt man auch gerne mal Äpfel in Honig, lässt sich den Geschmack auf der Zunge zergehen und hofft auf viel „Süßes“ für das kommende Jahr.

Nach jüdischem Ritus beginnt das neue Jahr nicht mit einem Silvesterknall, sondern mit Posaunenschall. Die Posaune, auf Hebräisch: Schofar, ist ein aus Widderhorn angefertiges Musikinstrument und in der Zeit zwischen Rosch HaSchana und Jom Kippur wird in der Synagoge während des Morgengottesdienstes eine festgelegte Tonabfolge darauf geblasen. Diese Töne dienen den Gläubigen als eine Art Weckruf für eine innere Einkehr, für eine Zeit des Nachdenkens über das zurückliegende Jahr. Da diese Zeit für gläubige Juden keine einfach Zeit ist – nicht umsonst bezeichnet man die zehn Tage bis Jom Kippur als „Furchtvolle Tage“ – stehen Honigkuchen und Apfelringe bereits für eine geschmacklich süßere und hoffnungsvolle Zeit im neuen Jahr.

Wie so ein Schofar klingt, kann man hier hören.

Foto: Jonathunder/Wikimedia/Common License

So also auch hier für alle ein süßes Shana tova!

Noch ein Tipp:
Zum zweiten Mal feiert das Orchester Jakobsplatz München unter seinem Dirigenten Daniel Grossmann das Jüdische Neujahr mit einem Konzert. Mit Auszügen aus der Operette Orpheus in der Unterwelt von Jacques Offenbach gibt es auch viel zu erfahren über das Jüdische Neujahrsfest mit seinen Traditionen und Ritualen.

21.9.2010: Orchester Jakobsplatz
Neujahrskonzert 5771
Orpheus in der Unterwelt (Ausschnitte)
im Hubert-Burda-Saal
Jüdisches Zentrum Jakobsplatz

Foto ganz oben: Oliver Haja / Pixelio

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