Aktiv gegen Vorurteile: Jugendmedientagung zu Gast im Jüdischen Museum München

aktiv gegen Vorurteile

Jugendliche präsentieren ihr Fotoprojekt mit der Message: „Kultur ist bunt“

Am Montag konnten 54 Teilnehmer*innen des Projekts Aktiv gegen Vorurteile im Rahmen einer Jugendmedientagung virtuelle Streetart gestalten, eigene Radiobeiträge aufnehmen, mit einem Greenscreen tricksen und vieles mehr. Zum zweiten Mal veranstaltete das Institut für Medienpädagogik die Tagung für Jugendliche im Jüdischen Museum München. Dabei setzten die Teilnehmer*innen Zeichen gegen Vorurteile.

..mehr

Die Geschichte eines Apfelsalats oder wieso essen Juden gerne Hering?

Apfelsalat mit Hering

Apfelsalat nach Originalrezept von Marie Elsasser

Gilt eigentlich Fisch als Fleisch? – Nicht für die jüdische Tradition. Über die besondere Rolle des Herings für die aschkenasische Küche.

Im Judentum gilt Fisch nicht als Fleisch, sondern als ein neutrales Produkt (parve), das man theoretisch sowohl mit Milch-, als auch mit Fleischwaren kombinieren darf. Nicht alle Fische sind aber koscher. Nur die sind erlaubt, die Flossen und Schuppen haben. Zum Beispiel bleiben Welse, Störe (und dadurch auch Kaviar) sowie die Schalentiere für den Verzehr verboten, weil sie entweder keine Schuppen oder Flossen haben. Dagegen sind Lachs, Tunfisch und Karpfen erlaubt. Es gibt aber eine Fischart, die in der aschkenasischen Küche eine besondere Rolle einnimmt, nämlich der Hering.

Der Hering gilt mit Recht als der kulinarische Eckstein des europäischen Judentums. Von Odessa, mit ihrer berühmten Heringsvorspeise Vorschmack, bis Amsterdam und Hamburg mit ihren geräucherten Pikling (abgeleitet vom niederdeutschen bückinc) wurden die Heringe mit viel Vorliebe und Genuss von Jüdinnen und Juden gegessen. Auch im „Kochbuch für die einfache und feine jüdischen Küche“ von Marie Elsasser (1905) wird dem Hering viel mehr Platz als allen anderen Fischarten eingeräumt. Aber warum ist das so?

..mehr

„Am Anfang gab es keine zusammenhängende Erzählung.“ – Peter Neumaier erinnert an den Münchner Rechtsanwalt Ernst Seidenberger

Peter Neumaier Buch

In seinem Buch „Wehe dem, der allein ist!“ rekonstruiert Peter Neumaier die Geschichte seines Großvaters Ernst Seidenberger, der als Münchner Rechtsanwalt mit jüdischer Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt wurde und gibt dabei faszinierende Einblicke in die Dynamik familiären Erinnerns. Im Juli stellte er sein Buch im NS-Dokumentationszentrum vor.   

..mehr

Was haben die aschkenasische und sephardische Küche gemeinsam?

Ägyptischer Pudding Zutaten

Alles was man für die Zubereitung des Ägyptischen Pudding braucht.

 

Was ist eine „jüdische Küche“? Gibt es sie überhaupt? Wenn man über eine „dische Küche“ spricht, werden zunächst die jüdischen Speisegesetze (Kaschrut) erwähnt. Aber gibt es ein ursprünglich jüdisches Lebensmittel, das in allen jüdischen Küchen der Welt vorkommt?

..mehr

Kinderworkshop: Rosch Haschana – Ein süßes Neujahr!

Rosch Haschana Workshop

Mit Äpfeln als Stempel entstehen lustige Neujahrskarten. Foto JMM

Ende September beginnt im jüdischen Kalender das neue Jahr. In unserem Ferienprogramm dreht sich schon diese Woche alles um das Neujahrsfest.

Äpfel mit Honig, Granatäpfel und andere Süßigkeiten gehören typischerweise zu Rosch Haschana, dem jüdischen Neujahrsfest. Die süßen Speisen sollen dafür sorgen, dass das neue Jahr genau so süß wird. Der Granatapfel mit seinen vielen Kernen erinnert an die 613 Mitzwot, die laut der Halacha, dem jüdischen Religionsgesetz, religiöse Jüdinnen und Juden in ihrem Alltag beachten sollen. Für viele religiöse Jüdinnen und Juden ist die Zeit nach Rosch Haschana eine Zeit, in der sie über ihre guten und schlechten Taten im vergangenen Jahr nachdenken. Zehn Tage nach Rosch Haschana feiern sie das Versöhnungsfest Jom Kippur, den höchsten jüdischen Feiertag.

Die Teilnehmenden unseres Ferienprogramms konnten schon heute Äpfel mit Honig probieren und die jüdischen Neujahrsbräuche kennenlernen. Beim Stempeln mit Apfelhälften war ihre Kreativität gefragt. Es entstanden Neujahrskarten mit lustigen Gesichtern und Figuren.

Der Workshop „Rosch Haschana: Ein süßes Neujahr“ findet erneut am Donnerstag, 5. September, von 10.00-12.00 Uhr statt. Weitere Informationen und Angebote finden Sie auf unserer Website.

Äpfel Stempel Workshop

„Uns war bewusst, wie viel Glück wir hatten…“ Nikolaus Hagen

HdO_Grenzsteinsetzung_Copyright_Haus_des_Deutschen_Ostens

Prof. Dr. Andreas Otto Weber und Kurator Boaz Levin mit der neuen Hörstation im Haus des Deutschen Ostens

Von 1933 bis 1945 wurden an den Grenzen des nationalsozialistischen Deutschen Reichs und seiner beherrschten Territorien hunderttausende Flüchtlingsschicksale entschieden. Auch aus München mussten ab 1933 tausende jüdische Bewohnerinnen und Bewohner vor antisemitischer Verfolgung fliehen. Grenzübergänge und Grenzbahnhöfe sowie exponierte Abschnitte der „grünen Grenze“ wurden zu den Brennpunkten dieser Massenfluchtbewegung. In unserer Sonderausstellung Sag Schibbolet! stehen zehn Audiostationen, die Grenzsteinen an den deutschen Außengrenzen der 1930er und 1940er Jahre nachempfunden sind. Sie stehen symbolisch für diese Fluchtbewegung und erzählen Münchner Flucht- und Grenzgeschichten der Jahre 1933 bis 1945.

..mehr

Landauer, der Rückkehrer (3/3)

Kurt Landauers Briefe geben uns Einblick in sein Leben im Exil und die Gründe seiner Rückkehr. Foto: © Franz Kimmel.

Acht Jahre verbrachte Kurt Landauer im Exil in der Schweiz. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft war er von den Nationalsozialisten verfolgt worden, vier seiner Geschwister sind in der Schoa ermordet worden. Dennoch kehrte Landauer im Juni 1947 nach Deutschland zurück. Nicht nur seine Verbundenheit zum FC Bayern München bewegte ihn zu diesem Schritt.

..mehr

Landauer, der als Jude Verfolgte (2/3)

Kurt Landauers Reisepass wurde von den Behörden als „jüdisch“ gekennzeichnet. Für seine Einreise in die Schweiz galten damit besondere Einschränkungen. Foto: © Schweizerisches Bundesarchiv E4264#1988/2#20660*, Az. P058802, LANDAUER, KURT, 27.08.1884, 1945–1947.

1932 hat Kurt Landauer den FC Bayern München als Präsident zur ersten Deutschen Meisterschaft geführt. Ein Jahr später musste er sein Amt als Präsident niederlegen. Mit der politischen Machtübergabe an die Nationalsozialisten wurde die Fußballarena genau wie das übrige öffentliche Leben zum Austragungsort von Ausgrenzung und Verfolgung. 1939 blieb Landauer nur noch der Weg ins Exil.

..mehr

Bayerisch-Koscher: Das Kraut à la Schabbat

Gefüllter Weißkohl. Nach Originalrezept von Marie Elsasser

Jede Küche ist eine Kulturerscheinung, die uns viel über die Menschen erzählen kann, die diese Küche schufen. Auch die süddeutsche-jüdische Küche kann man als eine Quelle benutzen, um die religiösen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Jüdinnen und Juden Bayerns zu erforschen. In dem vorliegenden Beitrag wird ein Rezept aus dem „Kochbuch für die einfache und feine jüdischen Küche“ von Marie Elsasser (1905) präsentiert, das in sich ein typisch-bayerisches Gemüse mit der jüdischen Geschichte und Tradition vereint. Heute geht es um Kohl und dessen Zubereitung für das Schabbatmahl.

..mehr

Landauer, der Fußballer und Präsident bis 1933 (1/3)

Kurt Landauer, Foto: Privatbesitz

Heute vor 135 Jahren wurde Kurt Landauer geboren. Als Präsident führte er den FC Bayern München 1932 zur ersten Deutschen Meisterschaft. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 war Landauer wegen seiner jüdischen Herkunft gezwungen, als Präsident zurückzutreten. Er überlebte die Schoa im Exil in Genf und kehrte 1947 nach München zurück. Das Jüdische Museum München hat Landauers Briefe aus den Jahren 1944-1948 erworben. Diese geben einen Einblick in sein Leben im Exil und die Beweggründe seiner Rückkehr.

Anlässlich seines Geburtstags möchten wir Kurt Landauer auf unserem Blog noch einmal vorstellen.

..mehr